Tertiärbereich

Mit einem Studium die eigenen Zukunftschancen verbessern

Die Studienzeit soll angeblich die schönste Ausbildungszeit sein – in diesem Bildungsbereich hat man in Deutschland die größten Freiheiten und entwickelt die erste Unabhängigkeit vom Elternhaus. Nach dem Abi flügge werden…

In Deutschland schließen etwa 20% der Menschen eines Altersjahrgangs ein Hochschulstudium ab. Das Studium dauerte für mehr als die Hälfte Studenten etwa fünf bis sechs Jahre. Werte mit denen Deutschland auf dem viert-letzten Platz im Vergleich mit anderen OECD Ländern landet. Der Durchschnitt liegt hier bei etwas mehr als 35%, die zwischen drei und fünf Jahre studiert haben.

Hochschulstudium – Formen in Deutschland

Wer studieren will, muss sich nicht nur für ein Studienfach, sondern auch für eine Hochschulform entscheiden. Hier stehen die folgenden Optionen zur Auswahl:

  • Universität
  • Fachhochschule
  • Private Einrichtung

Dabei ist das Hochschulstudium an einer Fachhochschule zum Beispiel mehr auf die Praxis ausgerichtet als das an einer Universität, während private Hochschulen eine größere Nähe zur Wirtschaft bieten können.

Hochschulstudium – Abschlüsse

Die Abschlüsse eines Hochschulstudiums in Deutschland befinden sich mitten im Umbruch – der Bologna-Prozess verlangt von allen Hochschulen die Umstellung auf die international anerkannten und vergleichbaren Abschlüsse Bachelor und Master. Die Umstellung ist bereits weit fortgeschritten, auch wenn einige wenige Studiengänge noch nach der alten Diplom/Master-Regelung vollzogen werden. Deswegen ist zurzeit noch möglich, sich mancher Orts nicht nur seine Hochschule und sein Studienfach sondern auch seinen Studienabschluss auszusuchen. Diplom und Magister gehören zwar zu einer aussterbenden Art, sind aber noch nicht völlig abgeschaff.

Der Bachelor stellt bei den neuen Abschlüssen den ersten möglichen Studienabschluss dar, der nach sechs Semestern Hochschulstudium erreicht werden kann und in den meisten Fällen eine Berufsqualifikation darstellt. Daran kann noch ein vier semestriges Masterstudium angeschlossen werden, welches ebenfalls zum Berufseinstieg qualifiziert und zusätzlich zur Promotion befähigt.

Je nach Studienfach variiert bei Bachelor und Master die Bezeichnung des Abschlusses:

  • Bachelor/Master of Arts
  • Bachelor/Master of Sciene
  • Bachelor/Master of Engineering
  • Bachelor/Master of fine Arts
  • Bachelor/Master of Music
  • Bachelor/Master of Education
  • Bachelor/Master of Laws
  • (Master of Business Administration als zusätzlicher Studienabschluss, der nach dem Bachelor und einer mindestens drei-jährigen Berufstätigkeit erlangt werden kann)

Hochschulstudium – Verlauf

Die neuen Studiengänge sind alle nach dem Modul-System aufgebaut. Das bedeutet, dass sich das Studienfach in unterschiedliche Module bzw. Themengebiete aufgliedert, in denen einzelne Kurse absolviert werden müssen. Diese werden dann jeweils mit einer Modulnote bewertet. Je nach Studiengang kann die Anzahl der Module und der Kurse pro Modul sehr stark differieren. Für einen erfolgreich absolvierten Kurs gibt es eine vorher festgelegte Anzahl von Kreditpunkten, für die beispielsweise eine Prüfung abgelegt, ein Referat gehalten oder eine schriftliche Ausarbeitung angefertigt werden muss. Diese Kreditpunkte entsprechen dem European Credit Transfer System (ECTS) und stellen sicher, dass die Studiengänge auch wirklich international vergleichbar sind. Außerdem können dadurch Leistungen im Studium bei einem Wechsel der Hochschule leichter angerechnet werden.

Die Abschlussnote des Studiums setzt sich aus den einzelnen Modulnoten sowie der Note für die Bachelorarbeit zusammen. Diese muss zum Ende des Studiums angefertigt werden und umfasst in der Regel zwischen 20 und 35 Seiten. In manchen Studiengängen muss man zusätzlich noch Abschlussprüfungen abgelegen.

Hochschulstudium – Kosten und Finanzierung

Neben den Lebenshaltungskosten von durchschnittlich etwas mehr als 700 Euro im Monat fallen in Deutschland in allen Budesländern Verwaltungs- und Immatrikulationsgebühren für das Hochschulstudium, sowie vielerorts zusätzlich noch Studiengebühren an. Diese betragen an den staatlichen Hochschulen maximal 500 Euro pro Semester, können bei den privaten Einrichtungen jedoch auch deutlich höher liegen.

Bei der Finanzierung des Studiums greifen die meisten Studenten auf eine Mischung aus Unterstützung durch die Eltern, Förderung durch das Bundes Ausbildungsförderungsgesetz (BAföG) und selbst verdientem Geld zurück. Außerdem gibt es in Deutschland ein Stipendiensystem, welches in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut wurde. Nach der Einführung der Gebühren für das Hochschulstudium wurde zusätzlich die Möglichkeit geschaffen einen Studienkredit oder ein Studienbeitragsdarlehen zu beantragen, welche nach Abschluss des Hochschulstudiums ebenso wie Teile des BAföGs zurück gezahlt werden müssen.