Quartärbereich

Auf der vierten Bildungsstufe das eigene Wissen und Können weiter vorantreiben

Eigentlich ist es unmöglich, im Laufe des Lebens der Weiterbildung vollständig aus dem Weg zu gehen. Jede neue Fähigkeit und jede neue Information ist streng genommen Weiterbildung – warum also nicht auch schulisch oder beruflich weiterbilden.

Mit dem Konzept der Weiterbildung befasst sich der vierte Bereich im deutschen Bildungssystem –  der Quartärbereich. Das Konzept definiert sich, den Beschlüssen der Ständigen Konferenz der Kultusminister zufolge, so:

„Weiterbildung ist die Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten ersten Bildungsphase und in der Regel nach Aufnahme einer Erwerbs- oder Familientätigkeit. Weiterbildung in diesem Sinne liegt auch vor, wenn die einzelnen ihr Lernen selbst steuern. Sie umfasst die allgemeine, politische, kulturelle und wissenschaftliche Weiterbildung.“

Weiterbildung hat dabei auf gesellschaftlicher und individueller Ebene die unterschiedlichsten Funktionen. Sie ist das notwendige Werkzeug zur Anpassung an den technischen Fortschritt, sie sichert  die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit und kann ein entscheidender Faktor in der Arbeitsmarktpolitik sein. Die Weiterbildung ist entscheidend für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und Voraussetzung für Selbstbestimmung und Unabhängigkeit.

In Deutschland nahmen im Jahr 2007 jeweils etwas mehr als 25% der Bevölkerung an einer beruflichen oder allgemeinen Weiterbildungsmaßnahme teil – ein Prozentsatz, der sich im Zeitraum zwischen 2003 und 2007 erstmals seit zehn Jahren wieder erhöht hat. Dabei lässt sich feststellen, dass in der Altersgruppe 19-29 noch die nicht-berufsbezogene Weiterbildung im Vordergrund steht, was sich in der Altersgruppe 30-49 dann zugunsten der berufsbezogenen Weiterbildung verschiebt. Die Altersgruppe 50-64 engagiert sich dagegen generell kaum noch in der Weiterbildung.

Formen der Weiterbildung

Dieser Bereich gliedert sich in folgende Teilbereiche:

Kosten und Finanzierung

Mehr als die Hälfte aller Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen tragen in Deutschland die Unternehmen, die diese Maßnahmen gezielt für ihre Mitarbeiter initiieren. Jeweils etwa 20% der Kosten werden von Privatpersonen, die sich weiterbilden möchten, und von der Bundesagentur für Arbeit erbracht, etwas mehr als 5% stammen aus öffentlichen Kassen. Die Weiterbildung hat ein Finanzvolumen von etwa 50 Milliarden Euro.