Waldorfschule
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Lebendiger Unterricht (fast) ohne BücherWaldorfschulen polarisieren – Befürworter unterstützen den Unterricht ohne Schulnoten, nach den Prinzipien des ‚Denkens‘, ‚Fühlens‘ und ‚Wollens‘. Skeptiker fürchten eine lückenhafte Ausbildung, die nicht genügend auf den Beruf vorbereitet. |
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Nach der 4. Klasse – also im Alter von 10 Jahren – stehen Schüler und ihre Eltern vor einer schwierigen Entscheidung: Welche weiterführende Schule soll mein Kind besuchen? Erste Anhaltspunkte für diese Entscheidung können die Noten der Kinder in der Grundschule sein und auch die Empfehlung der Klassenlehrerin. Aber eine Garantie für die richtige Entscheidung gibt es nicht. Viele Eltern kritisieren deswegen das mehrgliedrige Schulsystem in Deutschland und schicken ihre Kinder lieber auf eine der alternativen Schulformen, die es in Deutschland gibt. Die bekanntesten und am weitesten verbreitetsten Angebote sind die Waldorfschule und die Montessori-Schule.
Das pädagogische Prinzip der Waldorfschule
Das Prinzip der Waldorfschule entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ist mittlerweile auf der ganzen Welt vertreten. Nach neuesten Angaben gibt es in Deutschland 213 Waldorfschulen, weltweit gibt es 997 Einrichtungen. Der Bildungsweg der Waldorfschule beginnt bereits in den entsprechenden Kindergärten und geht dann ohne merklichen Übergang in die Grundschule und die Sekundarstufe I über. Generell endet die Waldorfschule nach 12 Jahren Unterricht – geht also bis zur Klasse 12. Danach bekommen die Schüler ein ausführliches Zeugnis mit dem sie sich auf dem Arbeitsmarkt behaupten können. Zusätzlich kann ein 13. Schuljahr an der Waldorfschule absolviert werden, das mit der Allgemeinen Hochschulreife, dem Abitur, abgeschlossen werden kann. In diesem letzten Schuljahr wird nicht mehr nach den pädagogischen Grundsätzen der Waldorfschule, sondern nach den Methoden der Gymnasien unterrichtet, um eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse sicher zu stellen.
Das pädagogische Prinzip der Waldorfschule besteht aus einem drei-gliedrigen System. Dieses besteht aus:
- Den intellektuell-kognitiven Fähigkeiten – dem Denken
- Den künstlerisch-kreativen Fähigkeiten – dem Fühlen
- Und den handwerklich-praktischen Fähigkeiten - dem Wollen.
Epochen und Fachunterricht an der Waldorfschule
Der Unterricht gliedert sich dabei in den Epochen-Unterricht und den Fachunterricht. Jeder Schultag beginnt mit dem mindestens zweistündigen Epochen-Unterricht, der vom Klassenlehrer abgehalten wird und über mehrere Wochen hinweg ein und dasselbe Thema behandelt. Der Fachunterricht wird dann von entsprechenden Fachlehrern abgehalten und beinhaltet zum Beispiel die Fremdsprachen, Religion oder auch Sport und handwerkliche Fächer. Dabei wird bei der Waldorfschule vor allem in den ersten Jahren weitestgehend auf Schulbücher und ähnliche Unterrichtsmaterialien verzichtet. Auch die Neuen Medien werden nur sehr begrenzt eingesetzt. Dadurch soll die Lehrer-Schüler Beziehung intensiviert und für den Schüler mehr direkte sinnliche Erfahrungen möglich gemacht werden. Lehrer sollen nach den Grundsätzen der Waldorfpädagogik durch lebendigen Unterricht zur Autoritätsperson werden und Schüler sollen durch praktischen Unterricht lernen und durch intensive Zusammenarbeit und Projekte mit den Mitschülern soziale Kompetenzen entwickeln.
Leistungsbewertung an der Waldorfschule
Die Waldorfschulen verzichten auf Noten. Zeugnisse, in denen Leistungen evaluiert werden verzichten - mit Ausnahme des Abiturzeugnisses nach der Klasse 13 – vollständig auf eine Einteilung der Schüler nach dem ‚sehr gut‘ bis ‚ungenügend‘ Prinzip. Stattdessen werden Leistungen in ausführlichen Texten beschrieben, wie es auch in den ersten beiden Jahren auf der Grundschule der Fall ist. Dabei wird besonders auf die sozialen Kompetenzen Wert gelegt.





