Vorschule
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‚Schulreife‘ ist auch immer ein bisschen subjektivFür jemanden, der das noch nie gemacht hat, kann es ganz schön schwierig sein, eine dreiviertel Stunde an einem Tisch zu sitzen und sich auf eine Aufgabenstellung zu konzentrieren. Die Vorschule leistet hier ein erstes Coaching. |
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Die Vorschule gehörte schon fast zu den ausgestorbenen Phänomenen unserer Zeit, als die schlechten Ergebnisse des ersten PISA-Tests Deutschland wach rüttelten und auch diesen Bildungsweg der Vorschule wieder in das allgemeine Gespräch einführten. Dabei stellt eine Vorschule durchaus ein sinnvolles Angebot dar, um den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern. So werden Kinder in der Vorschule spielerisch an die neue Herausforderung heran geführt, über einen längeren Zeitraum hinweg an einem Tisch zu sitzen und konzentriert eine Aufgabe zu bearbeiten. Und vor allem Kinder, die mit dem 6. Lebensjahr noch nicht die nötige Schulreife erlangt haben, bekommen in der Vorschule eine gezielte und gesonderte Förderung.
Angebote der Vorschule in den einzelnen Bundesländern
Da die Bildungspolitik in Deutschland in der Hand der Länder liegt, werden auch die Angebote im Bereich der Vorschule von jedem Bundesland anders behandelt. Hier sollen nur ein paar Beispiele herausgegriffen werden, die in diesem Bereich ein besonderes Angebot haben:
- Berlin
Da in Berlin vor allem die Sprachproblematik bei Kindern mit Migrationshintergrund Schwierigkeiten in der Grundschule bereitet, wurde hier im Jahr 2005 das sogenannte „Gesetz zur vorschulischen Sprachförderung“ erlassen. Dieses besagt, dass Kinder ein Jahr vor ihrem Wechsel auf die Grundschule einen Test absolvieren müssen, bei dem erhoben werden soll, auf welchem sprachlichen Niveau sie sich befinden. Falls bei diesem Test sprachliche Defizite festgestellt werden, können sie an einer gezielten Förderung teilnehmen, die in einer Tageseinrichtung der Jugendhilfe stattfindet. Informationen dazu gibt es beim zuständigen Schulamt.
- Baden-Württemberg
Hier gibt es kein explizites Angebot für eine Vorschule. Allerdings verbleiben Kinder, die mit dem 6. Lebensjahr noch nicht angemessene Schulreife erlangt haben, nicht ein weiteres Jahr im Kindergarten, sondern können in speziellen Förderklassen an der Grundschule gezielte Unterstützung erfahren. Dabei werden neben sprachlichen Kompetenzen auch soziale, grapho-motorische und kognitive Fähigkeiten gefördert. Im Abschluss an das Jahr in der Förderklasse kann dann die reguläre Einschulung an der Grundschule statfinden.
- Hamburg
Hamburg ist das einzige Bundesland, in dem es noch ein breites Angebot für Vorschulen gibt. Hier befinden sich solche Klassen in der Regel schon an der Grundschule, bieten aber einen anderen Unterricht als die erste Klasse derselben. Das Modell ist also sehr ähnlich wie das in Baden-Württemberg. Hier gehört es allerdings zum Standardangebot.
Andere Hilfestellungen für den Übergang in die Grundschule
Nicht in allen Fällen ist gleich der Besuch einer Vorschule nötig, nur weil der Übergang an die Grundschule ein paar Probleme bereitet. Es ist ganz normal, dass Kinder erst ein wenig Zeit brauchen sich an die neue Situation und die neuen Anforderungen zu gewöhnen. Dabei können sowohl die Eltern als auch die Grundschulen einige Hilfestellungen geben. So soll zum Beispiel im 1. Schuljahr eine spielerische Heranführung an die Lernumgebung stattfinden. In manchen Schulen gibt es auch das sogenannte ‚Patenprogramm‘. Dabei lernen zu Beginn des neuen Schuljahres Schüler der 1. und 2. Klasse gemeinsam. So sollen die Kleinen von den Großen abgucken können, wie das ‚mit der Schule so funktioniert‘. Außerdem können die Großen die Fragen der Kleinen vielleicht zufriedenstellender beantworten als das Erwachsene könnten. Es kann auch helfen, wenn die Eltern schon zu Beginn des Schuljahres einmal mit ihrem Kind an der Schule waren, damit dieses die neue Umgebung anschauen kann. Angebote wie der ‚Tag der offenen Tür‘ eignen sich hierfür besonders gut.





