Übergangssysteme

Aus der Not eine Tugend machen

Wer keinen Ausbildungsplatz findet kann entweder den Kopf in den Sand stecken. Oder man kann zusätzliche Qualifikationen erwerben und dann im nächsten Jahr allen anderen die Nase lang machen indem man seine Traumausbildung ergattert.

Das Übergangssystem verdankt seine Existenz vor allem der angespannten Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Nach Abschluss einer allgemeinbildenden Schule ist es in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Deswegen finden sich zunehmend mehr Jugendliche in einem Übergangssystem wieder, das eine Vielzahl von nicht-berufsqualifizierenden Möglichkeiten enthält:

  • Das schulische Berufsgrundbildungsjahr (BGJ), welches einem berufsvorbereitendem Jahr auf einer Berufsschule entspricht
  • Berufsfachschulen ohne beruflichen Abschluss
  • Berufsvorbereitende Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit
  • Auch der Zivildienst oder das freiwillige soziale Jahr (FSJ) lassen sich hier einordnen

Ein Jahr in einem Übergangssystem kann dabei vor allem für die Schulabgänger von Vorteil sein, die sich noch nicht genau darüber im Klaren sind, welchen weiteren beruflichen Weg sie einschlagen sollen. So haben sie noch ein Jahr Zeit darüber nachzudenken und können dabei zusätzliche Qualifikationen erwerben.

Situation von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz

Derzeit bleiben in jedem Jahrgang etwa 1/5 der Jugendlichen mit Haupt- oder Realschulabschluss die nicht das Abitur anstreben ohne Ausbildungsplatz. Von diesem Jugendlichen schafft gerade mal ein Drittel den Sprung in die Berufstätigkeit – die meisten davon finden nur eine Anstellung mit dem Status Geringverdiener. Etwa jeder Zehnte engagierte sich in einem Übergangssystem. Mehr als die Hälfte setzt die Suche nach einem Ausbildungsplatz nicht fort, meldet sich Arbeitslos und bleibt zu Hause.  

Übergangssystem – Inhalte

In einem solchen Jahr in einem Übergangssystem werden den Jugendlichen verschieden Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt:

Dies alles durch die Kombination von allgemeinbildenden, motivationalen und berufsvorbereitenden Elementen.

Übergangssystem – Angebote und Träger

Wichtige Anbieter des Übergangssystems sind die Berufsschulen und die Berufsfachschulen. Hier kann man Grundkenntnisse für eine spätere Ausbildung sammeln und vertiefen. Desweiteren gibt es auch eine ganze Reihe von privaten Anbietern. Über dies engagiert sich die Bundesagentur für Arbeit sehr stark in diesem Bereich. Sie versucht vor allem Jugendlichen, den auf dem Arbeitsmarkt Benachteiligten Zugang zu zusätzlichen Qualifikationen zu ermöglichen und damit ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu verbessern.