Realschule

Die Realschule als Sprungbrett zu Abi und Beruf

Nach den neuesten Beschlüssen der Kultusministerkonferenz wird auch für den Realschulabschluss eine gesonderte, zentral organisierte Prüfung eingeführt – das soll den Abschluss an der Realschule hochwertiger und vergleichbarer machen.

Der Unterricht an einer Realschule – von denen es im Schuljahr 2005/2006 2.976 Schulen in ganz Deutschland gab, die von etwa 1,32 Millionen Schülern besucht wurden –  kombiniert eine Ausrichtung auf eine berufliche Ausbildung mit einer Wissenschaftsorientierung. Die Perspektiven nach dem Besuch der Realschule sind vielfältig – und dementsprechend muss sich auch der Unterricht darauf einstellen. Die Realschule wird in der Regel nach der 10. Klasse mit der mittleren Reife abgeschlossen. Diese befähigt zum einen zum Besuch einer Berufsfachschule oder auch der gymnasialen Oberstufe bzw. Sekundarstufe II, ermöglicht den Zugang zu einer beruflichen Ausbildung und ist ausreichend für den Eintritt in die mittlere Beamtenlaufbahn.

Realschule – Unterrichtsinhalte

An einer Realschule haben die Schüler in der 6. Klasse das erste Mal die Möglichkeit, Einfluss in die Ausprägung ihres Bildungsweges zu nehmen, wenn die 2. Fremdsprache gewählt werden kann. Außerdem werden ab der 7. Klasse die Pflichtfächer durch sogenannte Wahlpflichtfächer ergänzt. Hier kann neben dem fremdsprachlichen Schwerpunkt ein naturwissenschaftlich-technischer, sozialwissenschaftlicher oder künstlerisch-musischer gewählt werden. So sollen die Schüler der Realschule die Möglichkeit haben, in ihren Talenten und Begabungen gefördert zu werden und erste Eindrücke davon zu bekommen, in welchem Feld sie sich später weiterbilden möchten.

Profilierung der Realschule

Auch bei den Realschulen gibt es Vertreter, die sich durch ein besonderes Angebot profiliert haben. So bieten manche Realschulen zum Beispiel zusätzlich zu den klassischen Fächern noch hauswirtschaftliche Kurse an. Außerdem werden an vielen Realschulen Ergänzungsstunden zum regulären Unterricht geboten, deren Besuch zwar nicht verpflichtend ist, in denen allerdings die Möglichkeit geboten wird Defizite auszuarbeiten und Lücken zu den Mitschülern zu schließen.

Wie bei den anderen Schulformen gibt es auch bei den Realschulen Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. So können zum Beispiel an den Realschulen in Baden-Württemberg spezielle Fächerverbünde belegt werden. In den neuen Bundesländern hat sich ein Schulmodell etabliert, welches die Realschule mit dem Gymnasium und der Hauptschule kombiniert – es existiert parallel zu den ‚einfachen‘ Realschulen.

Die schriftliche Realschulabschlussprüfung

Um den Forderungen der Kultusministerkonferenz nachzukommen haben die meisten Bundesländer in den vergangenen Jahren eine einheitliche Abschlussprüfung für die Realschule eingerichtet, mit deren Bestehen man den Realschulabschluss und die mittlere Reife erhält. Diese Prüfung sieht in jedem Bundesland etwas anders aus, bezieht sich aber immer schwerpunktmäßig auf die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik. In der Regel handelt es sich dabei um schriftliche Prüfungen, die zentral von der Landesregierung gestellt werden. In Englisch kann es sich auch um eine mündliche Prüfung handeln, bei der festgestellt werden soll, ob der Schüler in der Lage ist, sich fließend in der Fremdsprache zu verständigen.

Die Abschlussnoten auf dem Zeugnis setzen sich dann aus den Leistungen, die während des Schuljahres erbracht wurden, und den Noten der Abschlussprüfung zusammen. In manchen Bundesländern werden zusätzlich zu den 3 Basisfächern auch noch Prüfungen in den gewählten Schwerpunktfächern verlangt. Möglich ist auch eine fächerübergreifende Kompetenzprüfung, in deren Rahmen eine Gruppe von Schülern zu einem bestimmten Thema eine Präsentation erarbeiten und vorstellen muss.

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