Musikalische Früherziehung

Nicht nur für zukünftige Geigen-Virtuosen und Rock-Stars

In der musikalischen Früherziehung können Kinder ihre ersten Erfahrungen mit der Musik machen – sie basteln ihre eigenen Instrumente, lernen diese (und andere) zu spielen und lernen sich frei und selbstbewusst zur Musik zu bewegen.

Die musikalische Früherziehung wurde in den vergangenen Jahren wieder verstärkt in der Pädagogik in Verbindung mit der Fragestellung „Wie lässt sich bei Kindern am besten Begabung und die Entwicklung der Intelligenz fördern, Sozialkompetenz anbahnen und kreatives Verhalten initiieren?“ diskutiert. In diesem Bereich der Früherziehung  werden die Kinder auf spielerische Weise mit Singen, Sprachen und Bewegung an die Welt der Musik herangeführt und lernen zum Beispiel auch die Grundlagen der Instrumentenkunde.

Inhalte – Musikalische Früherziehung

Programme der musikalischen Früherziehung bestehen in der Regel aus folgenden Komponenten:

  • Musik und Bewegung
  • Grundlagen des instrumentalen Spiels
  • Singen und Sprechen
  • Soziale Kompetenz
  • Allgemeine Instrumentenkunde
  • Sensibilisierung des Gehörs

Der erste und prominenteste Anbieter von musikalischer Früherziehung in Deutschland war der japanische Keyboard Hersteller Yamaha. Er entwickelte Ende der 70er Jahre gemeinsam mit Ärzten, Pädagogen, Musikern und Erziehungswissenschaftlern das erste Programm der musikalischen Früherziehung für Kinder zwischen drei und sechs Jahren und bot in Deutschland flächendeckend Kurse an. Im Mittelpunkt des Kurses standen damals natürlich die elektronischen Tasteninstrumente der Firma, durch die umfassende musikalische Grundkenntnisse spielerisch und nach dem ‚learning by doing‘ Prinzip vermittelt wurden. Dadurch wurde die Firma in Deutschland nicht nur bekannt, sondern gilt noch heute als Vorreiter und Mitbegründer einer neuen frühkindlichen Förderungsmethode. Nachfolgeangebote orientierten sich in Konzeption und Organisation vor allem in der Anfangsphase stark am japanischen Vorbild.

Angebote und Kosten – Musikalische Früherziehung

Entsprechende Angebote findet man zum Beispiel bei den 950 öffentlichen Musikschulen, die im Verband Deutscher Musikschulen organisiert sind und bei denen die musikalische Früherziehung für Kinder ab dem 4. Lebensjahr zu den unterrichteten Grundfächern gehört. Die Kosten für die Kurse hier werden – ebenso wie die Kosten für einen Kindergartenplatz – von den Städten und Kommunen individuell festgelegt. Im Durchschnitt werden im Jahr ein bisschen mehr als 200 Euro für ein solches Angebot verlangt. Neben den kommunalen Angeboten gibt es auch eine ganze Reihe von privaten Musikschulen, die musikalische Früherziehung in ihrem Programm haben. Hier können die Preise sehr zwischen den einzelnen Anbietern variieren. Kurse, die ähnlich wie die Angebote an den Musikschulen der Kommunen aussehen, orientieren sich häufig preislich auch an deren Vorgaben. Es gibt aber zum Beispiel auch Einzelangebote, bei denen die Kurse nur an einem einzigen Tag über zwei oder drei Stunden statt finden. Hier weisen die Preise sehr starke Unterschiede auf – mancherorts kostet so ein Kurs nur zwei oder drei Euro. In anderen Schulen werden 20 oder noch mehr Euro für einen Tag musikalische Früherziehung verlangt.