Informelle Weiterbildung
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Sich nebenbei weiterbildenKinder lernen spielerisch – und Erwachsene lernen informell. Der Mensch bildet sich jeden Tag ganz nebenbei weiter – einfach in dem er sich den Herausforderungen des Alltags stellt und neue Erfahrungen sammelt. |
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Informelle Weiterbildung und informelles Lernen hatte lange Zeit den Status einer Art Reste-Kategorie. Alles Wissen, das ein Mensch während seines Lebens sammelt und das er nicht in einer Bildungseinrichtung sozusagen offiziell erlangt hat, gilt als informelle Bildung. In den letzten Jahren hat man diesen Bereich jedoch intensiveren Forschungen unterzogen und dabei festgestellt, das bei Erwachsenen etwa 70% der Lernprozesse außerhalb offizieller Bildungseinrichtungen statt finden. Seit dieser Feststellung gibt es immer wieder Versuche informelle Weiterbildung und Bildung zu definieren und greifbar zu machen. Ein recht anschaulicher Versuch stammt hier von Günther Dohmen:
„Der Begriff des informellen Lernens wird auf alles Selbstlernen bezogen, das sich in unmittelbaren Lebens- und Erfahrungszusammenhängen außerhalb des formalen Bildungswesens entwickelt.“
Die Europäische Kommission hat mittlerweile, zur Normierung der Diskussion ein drei-stufiges System von informeller Weiterbildung eingeführt:
- Formales Lernen: zielgerichtetes Lernen in einer Bildungs- oder Ausbildungseinrichtung, dessen Ziel eine Zertifizierung ist.
- Nicht-Formales Lernen: zielgerichtetes Lernen in einer Bildungs- oder Ausbildungseinrichtung, ohne das Ziel der Zertifizierung.
- Informelles Lernen: „Lernen, das im Alltag, am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit stattfindet. Es ist (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung) nicht strukturiert und führt üblicherweise nicht zur Zertifizierung. Informelles Lernen kann zielgerichtet sein, ist jedoch in den meisten Fällen nichtintentional (oder inzidentell/beiläufig).“ (Europäische Kommission)
Informelle Weiterbildung – Formen
Dadurch, dass informelle Weiterbildung in unmittelbaren Lebens- und Erfahrungssituationen vor sich geht, umfasst sie eigentlich den gesamten Tagesablauf jedes einzelnen Menschen. Es gibt aber natürlich auch hier Einrichtungen, in denen die Bildungs- und Lerneffekte größer sind als in alltäglichen Situationen:
- In (kommerziellen) Lern- und Erlebniswelten (wie zum Beispiel Freizeitparks oder auch Naturschutzgebieten)
- Fachmessen, Kongresse etc.
- Computergestützte Selbstlernprogramme und Computerspiele
- ‚Learning by doing‘ (z.B. beim Möbelaufbau)
- Hobbies und Freizeitaktivitäten
- Engagement in Vereinen
- Kultureinrichtungen wie Museen oder Theater
Besonders letztere sind darauf ausgerichtet, dass Bildung und Lernen eine Art Nebeneffekt darstellen und vereinen in sich bestimmte didaktische Konzepte, die die informelle Weiterbildung fördern sollen. So gesehen ist informelle Weiterbildung bei Erwachsenen also das, was spielerisches Lernen bei Kindern ist.





