Hauptschule
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Problemzone Hauptschule?Die Hauptschule ist die ‚Pflichtschule‘ in Deutschland – wer sonst keine andere Schule besucht, wird dort hin geschickt. Ein Zwang, der vielleicht mit dazu führt, dass Hauptschulen immer mal wieder negativ in den Medien auftauchen. |
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Die Hauptschulen in Deutschland – von denen es im Schuljahr 2004/2005 etwa 5.195 mit 1,08 Millionen Schülern gab – stellen die umstrittenste Schulform in Deutschland dar. Hier kann nach der 9. Klasse der Hauptschulabschluss erreicht werden. Da in einigen Bundesländern, wie Berlin oder Nordrhein-Westfalen eine zehnjährige Schulpflicht besteht, ist der Besuch der 10. Klasse vielerorts trotzdem Pflicht. Insgesamt sind Hauptschulen die ‚Pflichtschulen‘ in Deutschland, die alle schulpflichtigen Kinder besuchen müssen, sofern sie keine andere Schule besuchen.
Unterrichtsinhalte an den Hauptschulen
Der Unterricht an den Hauptschulen ist besonders praxisorientiert. So ist beispielsweise das Fach ‚Arbeitslehre‘, welches die Bereiche Hauswirtschaft, Technik und Wirtschaft umfasst, hier ein Hauptfach – dafür wird zum Beispiel Englisch häufig der Status eines Nebenfaches zugeschrieben. Besonderer Wert wird auf den Aspekt der ‚Berufswahlvorbereitung‘ gelegt. Hier arbeiten die Hauptschulen häufig sehr eng mit den lokalen Arbeitsagenturen zusammen, um den Schülern den Übergang in eine betriebliche Ausbildung oder – für Schüler mit guten Leistungen auch an ein Berufskolleg – erleichtert wird.
Im Rahmen der Unterrichtsfächer wird hier besonders auf die folgenden Aspekte Wert gelegt:
- Vermittlung von Grundfertigkeiten und Allgemeinbildung
- Erlernen und Fördern der elementaren Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen und neuerdings auch der sichere Umgang mit dem Computer)
- Eine positive Arbeitshaltung
- Selbstständiges Lernen und Arbeiten
An vielen Hauptschulen gibt es außerdem neben den normalen Kursen noch spezielle Förderangebote für Schüler, die in manchen Fächern besondere Lücken aufweisen. Damit sollen zu große Leistungsunterschiede zwischen den Schülern einer Klasse vermieden werden. Problematisch ist hier allerdings die Motivation der Schüler der Hauptschulen, da solche Kurse nicht zum Pflichtprogramm gehören.
Probleme mit dem Konzept der Hauptschulen
Die Problematik der Hauptschulen besteht darin, dass es innerhalb einer Klasse – die in der Regel etwa 30 Schüler umfasst – zwischen den Schülern sehr große Leistungsunterschiede gibt. So ist es hier keine Seltenheit, dass Schüler mit Lernschwierigkeiten, die fast die Ausprägung einer Lernbehinderung haben, mit Schülern mit einer durchschnittlichen Begabung im selben Raum lernen, dieselbe Förderung erhalten und sich dadurch in vielen Fällen gegenseitig in ihrer Entwicklung behindern. Außerdem stammen die Schüler häufig aus sehr unterschiedlichen sozio-kulturellen Lebenssituationen und haben unterschiedliche kulturelle Hintergründe. Der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund ist an den Hauptschulen besonders hoch, so dass teilweise auch noch Sprachprobleme den Unterricht behindern.
Auf Grund der besonderen Problematik der Hauptschulen wird hier zusätzlich zum Lehrplan ein besonderer Schwerpunkt auf die Schulpädagogik und die schulische Sozialarbeit gelegt. So sind Angebote zur Gewaltprävention, der Streitschlichtung und der Suchtprävention vor allem an Hauptschulen keine Seltenheit.
Wegen der besonderen Problematik der Schulform ‚Hauptschule‘ wurde in den vergangenen Jahren mehrfach versucht diese Schulform zu reformieren – auch die Abschaffung wurde bereits diskutiert. Im Rahmen solcher Reformprozesse teilte man zum Beispiel die Gesamtheit der deutschen Hauptschulen in 3 Kategorien ein: der Großteil der Schulen (45%) entspricht dabei der Modalform mit einem mittleren Leistungsniveau. Auf leistungsstarken Hauptschulen wurde kein Unterschied zu den Schülern der Realschule festgestellt – interessant ist, dass sich diese Schulen vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und den ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens finden ließen.
Die 3. Kategorie umfasst die sogenannten Problemschulen, die auf einem sehr niedrigen Leistungsniveau sind und zu der etwa 16% der deutschen Hauptschulen zählen. Bei diesen Schulen liegt der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund im Durchschnitt bei etwa 50%, etwa 40% der Eltern dieser Schüler haben selbst keine abgeschlossene Berufsausbildung und in etwa 1/3 der Familien gibt es Fälle von Arbeitslosigkeit. Hier manifestiert der direkte Zusammenhang zwischen der Schulform mit den sozialen Brennpunkten. Trotz der doch sehr genauen Analyse der Situation konnte allerdings noch keine zufriedenstellende Lösung für das Problem der Hauptschulen gefunden werden.





