Fach- und Methodenkompetenz
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Was ist das ideale Gleichgewicht zwischen Fachkompetenz und Methodenkompetenz?Der eine weiß WAS – der andere WIE etwas geht. Wenn sich beide zusammen tun, können sie ihren Horizont um einiges erweitern. Aber losgelöst von einander bringt der Blinde dem Tauben das Gehen bei. |
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Zurzeit wird die Qualität des deutschen Bildungssystems kontrovers diskutiert. Es geht sowohl um den Stand der Dinge als auch um die Möglichkeiten zur Verbesserung. Ein Thema in diesem Zusammenhang ist die Frage, wieweit Fach- und Methodenkompetenz im Rahmen der schulischen Ausbildung vermittelt werden und wie das Verhältnis dieser beiden Wissensbereiche zueinander ist.
Fachkompetenz
Unter dem Titel Fachkompetenz verstecken sich die disziplinären Wissensbestände. In der Schule werden dabei Grundlagen über die Wissenschaften vermittelt, die im weiteren Bildungsweg beispielsweise an einer Hochschule vertieft werden können. Das Problem dabei ist, dass sich im Rahmen eines Bildungskanons darauf geeinigt werden muss, welche Grundlagen hier vermittelt werden sollen. Dabei ist darauf zu achten, eine solide Basis zu vermitteln, ohne veraltetes Wissen an die Schüler weiterzugeben. Vor allem vor dem Hintergrund der fachbezogenen Wissensentwicklung wird die Vermittlung von Fachkompetenz für die Schulen immer problematischer.
Methodenkompetenz
Hinter diesem Stichwort verbergen sich Leitbegriffe wir „Problemlösefähigkeit“ und „Kreativität“. Dieser Bereich umfasst alle interdisziplinären und generellen Fähigkeiten, die zum Erwerb, zur Entwicklung und zur Erstellung von Fachkompetenz nötig sind. Eine gute Methodenkompetenz kann es dem Individuum zum Beispiel erleichtern auch aus fachlicher Sicht auf dem neuesten Stand zu bleiben. Auf der anderen Seite wird der Erwerb von Methodenkompetenz durch den Umgang mit Fachkompetenzen gefördert.
Bedeutung der beiden Kompetenzen in der Bildung
- Primarbereich
Da im Primarbereich der fachbezogene Unterricht etwas in den Hintergrund tritt steht hier die Methodenkompetenz klar im Vordergrund. Hier sollen die grundlegenden Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt werden, die in der weiteren Bildungslaufbahn die Rolle grundlegendster Methoden übernehmen werden. Gleichzeitig erfolgt während der ersten vier Schuljahre eine erste Heranführung an Fachkompetenz, wenn beispielsweise im Sachunterricht die ersten geographischen, historischen oder auch biologischen Kenntnisse vermittelt werden.
- Sekundarbereich
Im Sekundarbereich findet eine stärkere Gliederung des Stoffes in einzelne Fächer statt. Gleichzeitig wird hier auch die geforderte Methodenkompetenz erweitert, da hier vielfach selbstständig Inhalte erarbeitet werden müssen. Dabei tritt die Vermittlung der Methodenkompetenz eher in den Hintergrund.
- Hochschulstudium
Besondere Bedeutung kommt der Fach- und Methodenkompetenz beim neuen zweistufigen Studiensystem Bachelor und Master zu. Hier soll vor allem in den ersten Jahren des Bachelor die nötige universitäre Methodenkompetenz vermittelt werden, die dann im Master bereits als bekannt vorausgesetzt werden muss. Trotzdem wird natürlich auch beim Bachelor die Fachkompetenz nicht vernachlässigt, die hier wesentlich spezieller als noch in den Schulen vermittelt werden kann.
Die Problematik
Zur Diskussion steht dabei die allgemeine Frage, in welchem Verhältnis diese beiden Kompetenzen vermittelt werden sollten. Wichtige Begriffe, die an dieser Stelle immer wieder fallen, ist das ‚Output‘ und das ‚Outcome‘ von Lernen. Ersteres bezieht sich auf das Wissen, welches in unmittelbarem Zusammenhang zur Unterrichtssituation abgefragt wird. Letzteres meint die längerfristige Prägung eines Individuums durch den Lernprozess. Hier wird vor allem im Übergang von der Schule in die Berufstätigkeit das ‚Outcome‘ als besonders wichtig erachtet. Gleichzeitig stellt sich immer wieder die Frage, inwieweit Schüler die Fachkompetenzen der Schule noch in ihrer weiteren beruflichen Laufbahn benötigen und verwenden können.
Eine erste Lösung dieses Problems wird in der Bezeichnung „Fähigkeit zur Problemlösung“ gesehen, welche die wichtigsten Elemente der beiden oben aufgeführten Kompetenzen zusammen führen soll. Sie ist damit die „intensive, unmittelbar fachbezogene Lernerfahrung“, wie Daniel Berger dazu ausführt. Vorschläge, wie so etwas in der Lernpraxis aussehen könnte, gibt es allerdings nicht.





