Bildungssystem – Deutschland
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Bildung in Deutschland – von einer Stufe zur nächstenDas deutsche Bildungssystem erscheint manchem wie die Höllenkreise in Dantes „Göttlicher Komödie“. Dann wäre die Bildungsministerin wohl die Jenseitsführerin. Besser als der Minotaurus bei Vergleich mit dem Labyrinth auf Knossos… |
|||
Das deutsche Bildungssystem findet seine ersten Ursprünge im Mittelalter in den Klosterschulen und anderen klerikalen Bildungseinrichtungen und hat sich bis heute institutionell gefestigt und ausgeformt. Es unterteilt sich in fünf Bildungsstufen, die teilweise verpflichtend zu durchlaufen sind, teilweise optional absolviert werden können. Diese fünf Stufen sind:
Dabei müssen sowohl die Primarstufe als auch die Sekundarstufe I von allen deutschen Bundesbürgern durchlaufen werden. Sie bilden die sogenannte Schulpflicht. Die nachfolgenden Stufen stellen Optionen zur weiteren Qualifikation dar. Außerdem besteht in Deutschland die Möglichkeit vor der Primarstufe einen Kindergarten zu besuchen oder eine andere Form der Frühkindlichen Bildung zu genießen.
Die Bildungsstufen
Generell versteht man unter der Primarstufe die Bildung in der Grundschule von Klasse 1 bis Klasse 4. Hier werden die drei wesentlichen Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt und Grundlagen Kenntnisse in anderen Fächern vermittelt.
Die Sekundarstufe I umfasst die weitere Bildung in den Klassen 5 bis 9 bzw. 10. Hier gibt es in Deutschland im Wesentlichen vier Schulformen, Gymnasium, Realschule, Haupt- und Gesamtschule, die diese Art der Bildung vermitteln. Nach dem Abschluss dieser Stufe hat man zum einen die Schulpflicht absolviert und kann sich entscheiden eine berufliche Ausbildung zu beginnen oder in der Sekundarstufe II seine schulische Ausbildung weiter zu verfolgen.
Die Sekundarstufe II kann auf dem Gymnasium mit dem Abitur, der allgemeinen Hochschulreife, abgeschlossen werden, oder auf einer Berufsschule mit der Fachhochschulreife, dem Fachabitur.
Anschließend kann mit dem Tertiärbereich der höhere Bildungsweg an einer Hochschule beschritten werden. Hier stehen einem mit der allgemeinen Hochschulreife alle Türen und Tore offen, mit der Fachhochschulreife kann man ein Studium an einer Fachhochschule aufnehmen.
Mit dem Abschluss dieser dritten Bildungsstufe können mehrere Titel unterschiedlicher Wertigkeit erreicht werden. Nach der Reform des Hochschulsystems kann als erster Abschluss der Bachelor erreicht werden, an den sich der Master anschließt. Danach besteht an einer Universität noch die Möglichkeit zu promovieren – also einen Doktorgrad zu erhalten – und anschließend zu habilitieren – und damit den Titel ‚Professor‘ anzustreben.
Generell ist es nach Abschluss der Sekundarstufe I und dann nach allen Zwischenschritten und –stufen möglich in das Berufsleben einzusteigen. Die Frage, ob sich mit einem höheren Abschluss automatisch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern, kann zwar nicht eindeutig beantwortet werden, es gibt allerdings einen augenscheinlichen Zusammenhang zwischen dem Bildungsstand und der Höhe des Gehalts, das möglich ist.
Doch auch mit dem Erreichen eines Schul- oder Hochschulabschlusses ist der Bildungsweg noch nicht abgeschlossen. Unter dem Begriff ‚Quartärbereich‘ sind die verschiedenen beruflichen und privaten Weiterbildungsmöglichkeiten verstanden, die mit der zunehmenden Bedeutung von Konzepten wie dem ‚Lebenslangen Lernen‘ immer wichtiger werden.
Finanzierung und Organisation des Bildungssystems
Der Großteil des deutschen Bildungssystems befindet sich in staatlicher Trägerschaft und damit in der Hand der Länder – das bedeutet, dass die einzelnen Bundesländer einen Großteil der Bildungsangebote finanzieren und organisieren. Dabei gehört es in Deutschland zu den Bestimmungen, die im Grundgesetzt festgelegt sind, dass die schulische Ausbildung von der Primarstufe über die Sekundarstufe I bis zur Sekundarstufe II für alle kostenlos sein muss. Hier dürfen die Länder keine Gebühren erheben.
Anders sieht es bei den anderen Bildungsstufen aus. Die Frühkindliche Bildung wird zum Beispiel von den Städten und Kommunen organisiert, die dafür unterschiedlich hohe Gebühren verlangen. Und auch im Bereich der Tertiärbildung fallen seit einigen Jahren in manchen Bundesländern Gebühren an. Diese Studiengebühren variieren dabei in ihrer Höhe zwischen den Ländern und teilweise auch zwischen den einzelnen Hochschulen.
Um zu vermeiden, dass durch die Studiengebühren Abiturienten von einem Hochschulstudium abgeschreckt werden, hat man parallel dazu Finanzierungsmöglichkeiten eingerichtet. Die Einführung der Gebühren ist allerdings trotzdem sehr umstritten – in dem Fall von Hessen wurde das Land sogar schon gerichtlich dazu gezwungen, die Gebühren wieder abzuschaffen. Der Quartärbereich der Bildung wird ausschließlich privat finanziert und größtenteils auch organisiert. Dabei werden die Kosten für berufliche Weiterbildung häufig von den jeweiligen Firmen getragen. Private Weiterbildungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Sprachkurse, muss jeder Bürger selber finanzieren.





