Der Bildungsstand

Bildung wächst und wächst – und wir können nur versuchen sie zu messen

Welche Nation hat das beste Bildungssystem? Wer ist schlauer? Wer ist reicher? Wenn Francis Bacon sagt: Wissen ist Macht! Kann man dann davon ausgehen, dass ein hoher Bildungsstand automatisch auch Wohlstand bedeutet?

Der Bildungsstand eines Landes ist in Zeiten, in denen sich die Gesellschaft weltweit an der Schwelle zwischen Industrie- und Informationsgesellschaft befindet, ein wichtiger Indikator, der auch auf den Entwicklungsstand des Landes schließen lässt. So befinden sich viele Länder, in denen der Bildungsstand – zum Beispiel gemessen an der Analphabeten-Rate oder dem Prozentsatz der Bevölkerung, der eine höhere Bildung genießen konnte – relativ niedrig ist, noch in einer niedrigen Entwicklungsstufe. Teilweise sogar erst auf der Schwelle von einer Agrargesellschaft zu einer Industriegesellschaft.  Bildung ist für die meisten Entwicklungsländer ein Problem, weil sie Geld kostet – und genau da fehlt es in der Regel.

Bildungsstand in den sogenannten entwickelten Länder

Bei wohlhabenderen Ländern kann man in den allermeisten Fällen auch einen höheren Bildungsstand beobachten – die Quote der Analphabeten ist niedriger, die der Hochschulabsolventen höher und überhaupt wird die allgemeine Schulpflicht konsequenter durchgesetzt. Gleichzeitig haben diese Länder auch den Sprung von der Industrie- zur Informationsgesellschaft geschafft und betiteln sich selbst als ‚Entwickelte Länder‘. Doch auch innerhalb dieser Staaten kann man häufig sehr starke Unterschiede im Bildungsstand zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten erkennen – und auch hier scheint es einen Zusammenhang zwischen monetären Mitteln und der Bildung zu geben.

Bildungsstand – Internationale Disparitäten

Insgesamt wird immer wieder gewarnt, dass die Bildungs- und Entwicklungsschere zwischen den einzelnen Regionen der Welt, zwischen einzelnen Ländern und auch innerhalb einzelner Länder immer weiter aufgeht. Reiche Regionen, Nationen und Menschen können sich mehr Bildung leisten als Arme. Gleichzeitig beeinflusst aber der Bildungsstand auch das Wohlstandsniveau – wer eine bessere Ausbildung genossen hat, kann später einen höheren Beruf anstreben, wird besser bezahlt ist also wohlhabender. Ein Teufelskreis.

Bildung als Wettbewerb

Der Bildungsstand einer Nation sagt also auch sehr viel über den Entwicklungsstand einer Nation aus. Deswegen wird der Bildungsstand vor allem von den wohlhabenderen Staaten regelmäßig erhoben. Im weltweiten wirtschaftlichen und politischen Wettstreit kann man so seine Stärken präsentieren, Überlegenheit demonstrieren oder sich auch über seine Schwächen im Vergleich zum Nachbarn bewusst werden. Es gilt also Defizite wett zu machen – um den Bildungsstand noch weiter zu erhöhen und besser im Wettbewerb stehen zu können.

Offen bleibt dabei nur die Frage, ob es auch einen maximalen Bildungsstand geben kann – und wenn ja, wie dieser aussehen könnte. Kann man überhaupt optimal gebildet sein? Und kann eine Gesellschaft als Ganzes optimal gebildet sein?

Weitere externe Informationen zum Thema