Das Bildungsideal
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Das „90-60-90“ der Bildung – Professoren Status und ein IQ wie Einstein?Das Bildungsideal unterscheidet sich nicht wesentlich vom Schönheitsideal: Beide hängen vom kulturellen und zeit-geschichtlichen Kontext ab und sind eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und beide haben eine Reihe von Eiferern. |
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Das Aufstellen von Idealen für den Bereich der Bildung blickt auf eine mehr als 2000-jährige Tradition zurück. Bereits Cicero legte im alten Rom seine Vorstellungen über das Ideal eines gebildeten Menschen nieder. Damals hatte vor allem die Beherrschung eines guten sprachlichen Ausdrucks , genannt elocutio, Bedeutung, der in Kombination mit universalem Wissen den idealen Redner auszeichnen sollte.
Im Verlauf der unterschiedlichen zeitlichen Epochen wurden immer wieder neue Bildungsideale formuliert, die Alten ergänzt, verworfen oder angepasst. Ideale Vorstellungen von Bildung sind immer vom sozialen und kulturellen Kontext einer Gesellschaft determiniert. Die aktuellen Lebensbedingungen, die zur Verfügung stehenden (Bildungs-)Möglichkeiten oder auch der Bedarf und damit eng verbunden die kulturelle Wertschätzung von Bildung, bestimmen welchen Umfang und Inhalt das Bildungsideal im konkreten Fall besitzt.
Das Bildungsideal Wilhelm von Humboldts
Die prominenteste Formulierung eines Bildungsideals im deutschen Sprachraum geschah an der Schwelle vom 18. zum 19. Jahrhundert durch Wilhelm von Humboldt. Es beinhaltet die ganzheitliche künstlerische Ausbildung in Verbindung mit der jeweiligen Studienrichtung und vereint in sich die beiden Prinzipien des „autonomen Individuums“ und des „Weltbürgertums“. Außerdem wurde hier die „akademische Freiheit“ erstmals schriftlich festgelegt, die allerdings zunächst nur die äußere Unabhängigkeit der Universitäten beschrieb. Heute steht der Begriff des „humboldtschen Bildungsideals“ in erster Linie für die Idee der „Einheit von Forschung und Lehre“ an den Universitäten.
Das Bildungsideal im 21. Jahrhundert
Heute werden in Zusammenhang mit dem Wort „Bildungsideal“ häufig Begriffe wie „Flexibilität“, „Innovation“, „Individualisierung“ oder auch „Infotainment“ verwendet. Eine konkrete Formulierung ist allerdings so gut wie unmöglich. Ein Konzept, dass so sehr im Fluss ist und im Prinzip mit jeder noch so kleinen Entdeckung theoretisch überarbeitet werden müsste, lässt sich nur sehr schwerlich greifbar machen. Recht häufig dagegen sind Diskussionen darüber in welchem Ausmaß sich alte Bildungsideale, wie zum Beispiel das Humboldtsche, heute noch anwenden lassen. Daraus ergeben sich immer wieder Impulse für die Festlegung eines aktuellen Bildungskanon oder auch der Lehrpläne der Bildungsinstitutionen. Und diese wiederum können als Hinweis auf das aktuelle Idealbild gewertet werden.





