Bildungsberatung
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Manchmal braucht man vielleicht eine Nummer gegen Bildungs-KummerDas allwissende Bildungsorakel von Deutschland müsste mehr wissen als sein Verwandter aus Delphi und die Wikipedia zusammen. Um diese Unmöglichkeit zu umgehen, sind dann doch einzelne spezialisierte Bildungsberatungs-Stellen sinnvoller. |
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Eine gute Bildungsberatung bietet Orientierung auf weiter Flur, zeigt die möglichen Optionen in der konkreten (Bildungs-)Situation auf und kann Auskunft über nötige weitere Schritte und Maßnahmen geben. Dabei gibt es in Deutschland eigentlich keine Stelle, die Auskunft über alle Bildungsmöglichkeiten gibt. Viel mehr gibt es für jede Situation den richtigen Ansprechpartner oder die richtigen Anlaufstellen. Bildungsberatung findet für jede Stufe des Bildungsweges gesondert statt, kann so viel ausführlicher und spezialisierter ausgeführt werden und ist so auf immer wiederkehrende Fragen besser eingerichtet.
Frühkindliche Bildung & Primarstufe
Auf dieser Ebene legen die Eltern den Grundstein für den zukünftigen Bildungsweges ihres Kindes. Die Entscheidung für einen Kindergarten oder eine Grundschule – bzw. zum Beispiel auch die Entscheidung für eine spezielle Bildungsform wie die Waldorf- oder auch die Montessori-Schulen – sind richtungsweisend für die künftige Entwicklung des Kindes. Um eine Entscheidung fällen zu können und bei Fragen können sich Eltern zum Beispiel direkt an die infrage kommenden Einrichtungen (Kindergärten oder Grundschulen) wenden und mit den dortigen Pädagogen ein Beratungsgespräch führen.
Sekundarstufe I
In Deutschland herrscht größtenteils das mehrzügige Schulsystem vor – das bedeutet, das nach der vierten (in manchen Bundesländern auch erst nach der sechsten) Klasse, die Entscheidung für eine weitere Schulform gefällt werden muss. Dabei ist vor allem die Empfehlung der Grundschule ausschlaggebend. Kinder, die keine Empfehlung für ein Gymnasium bekommen haben, haben in den allermeisten Fällen heute keine Chance mehr, trotzdem eine entsprechende Schule zu besuchen. Bei den Real- und Hauptschulen ist es ähnlich. Da es in vielen Städten mehrere Einrichtungen einer Schulform gibt, kann es zudem sinnvoll sein, den „Tag der offenen Tür“, der in Frage kommenden Schule, zu besuchen. Die Entscheidung für eine Schule sollte von Eltern mit dem Kind gemeinsam gefällt werden.
Sekundarstufe II und Tertiärbereich
Vor allem beim Übergang in eine berufliche Ausbildung oder eine Hochschule treffen die Jugendlichen häufig das erste Mal eine richtungsweisende Entscheidung für ihre künftige Laufbahn. Dabei können sie sich bei einer Reihe von Stellen Beratung suchen:
- Berufsberatung im Berufsinformationszentrum der Agenturen für Arbeit
- Studienberatung an den Hochschulen
- Berufs- und Ausbildungsmessen
- Handwerks- oder auch Handelskammern
- Plattformen, Portale und Foren im Internet
Häufig können auch schon aus einem Gespräch mit Altersgenossen Impulse für den weitere Lebensweg hervor gehen.
Erwachsenenbildung und Weiterbildung
Vor allem im Feld der beruflichen (Weiter-) Bildung sind die Agenturen für Arbeit in Deutschland der wichtigste Beratungspartner. Darüber hinaus gibt es regional eine große Anzahl von Beratungseinrichtungen, über deren Verfügbarkeit man sich vorwiegend im Internet informieren kann. Außerdem sind hier die Gewerkschaften sowie die Anbieter der entsprechenden Maßnahmen eine gute Anlaufstelle. Bundesweit gibt es insgesamt etwa 10.000 Beratungsstellen für das Themenfeld ‚Bildung‘.
Qualität der Bildungsberatung in Deutschland
Im Rahmen einer bundesweiten Studie im Jahr 2007 wurde ermittelt, dass die Bildungsberatung in Deutschland stark sowohl zwischen den Regionen als auch zwischen den Gesellschaftsschichten variiert. Als Reaktion darauf forderte Bildungsministerin Schavan:
"Um die Leistungsfähigkeit unseres Bildungssystems zu verbessern und lebenslanges Lernen effektiv zu fördern, brauchen wir einheitliche Qualitätsstandards in der Beratung. Unabhängig von regionalen Unterschieden oder der Art der Beratung sind deutschlandweite Beratungsstandards wichtig. Diese gilt es, zu formulieren und gezielt umzusetzen."
Da die meisten der Beratungseinrichtungen in Deutschland vom Staat finanziert werden, kann und sollte dieser hier seinen Einfluss stärker geltend machen. Erste Ansätze zu einem Qualitätsstandard in der Bildungsberatung stellen zum Beispiel die Regionalen Qualifizierungszentren dar, die die Aus- und Weiterbildung von Weiterbildungsberatern gestalten und organisieren.





