Bildung in Deutschland
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Bildung in Deutschland als Zukunftschance der ganzen NationAuf dem Weg zur Wissensgesellschaft ist Bildung das entscheidende Instrument für die Entwicklung der Zukunft. Die Verantwortung trägt dabei der Staat und jeder einzelne selbst – eine Kombination von Verpflichtung und Selbstbestimmtheit. |
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Die deutsche Bundesregierung investierte im Jahr 2005 insgesamt 141,6 Milliarden Euro in den Bildungsbereich, von denen etwa ein Drittel in den Allgemeinbildenden Bereich (also die Schulbildung) gesteckt wurde. Mehr als die Hälfte der gesamten Aufwendungen floss dabei aus den Kassen der Bundesländer. Ausgaben, die sich lohnen. Prozentual gesehen erreichen in Deutschland immer mehr Schüler die allgemeine Hochschulreife. Und auch die Zahlen bei Studienanfängern und Studienabsolventen sind seit einigen Jahren steigend – zurzeit sind es etwa 43% eines Altersjahrganges, die nach der Schule ein Hochschulstudium aufnehmen (Stand 2009). Die Vision mancher Politiker von einer „Bildungsrepublik Deutschland“ scheint doch kein reines Hirngespinst gewesen zu sein – auch wenn es bis dahin doch noch ein langer Weg ist.
Das Konzept „Bildung“
Wilhelm von Humboldt sagte, Bildung ist „die Anregung aller Kräfte des Menschen, damit diese sich über die Aneignung der Welt entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität und Persönlichkeit führen“. Das Konzept der Bildung geht damit weit über reines Wissen und seine Vermittlung hinaus. Vielmehr addiert man zum Wissen noch ein Quäntchen Intellektualität und Kultiviertheit in Kombination mit den persönlichen Anlagen und Talenten sowie dem gesellschaftlichen Umfeld und erhält dann als Ergebnis eine Ahnung davon, was Bildung eigentlich bedeutet. Reines Faktenwissen ergänzt sich da mit dem Verständnis von größeren Zusammenhängen, der Fähigkeit neues zu verstehen und in Kontexte einzuordnen sowie einem Gespür für die sozial-erwünschte Lebensweise.
Dabei befindet sich Bildung gleich mehrfach in einem permanenten Prozess:
- Zum einen verändert sich die Bildung eines einzelnen Menschen ständig. Man lernt schließlich nie aus, macht jeden Tag neue Erfahrungen und lernt regelmäßig neue Dinge dazu und vergisst dafür auch schon mal das ein oder andere. Dadurch verändert sich nicht nur der Wissensstand des Einzelnen, sondern sein ganzer Bildungsstand und damit eng zusammenhängend auch seine Persönlichkeit. Jemand der sich weigert, sich weiter zu bilden, läuft Gefahr seine gesamte geistige Entwicklung zu stoppen – und er müsste sich dazu noch komplett von seiner Umwelt abwenden.
- Außerdem verändert sich das, was man als ‚Bildung‘ bezeichnet ebenfalls permanent. Bildung ist nämlich immer auch sozial erwünscht und kulturell beeinflusst. In manchen geschichtlichen Epochen oder auch Kulturkreisen gehört etwas zu den festen Bestandteilen der Bildung, von dem man sich 50 Jahre später oder auch in einem anderen Land nicht mehr erklären kann, warum gerade das so wichtig ist. Dabei passt sich das Konzept der ‚Bildung‘ immer an die äußeren Umstände an: Welches politische System herrscht vor? Wie weit ist die technologische Entwicklung und was sind die bedeutenden Neuerungen? Aus welchen sozialen Schichten setzt sich die Gesellschaft zusammen? Das alles beeinflusst das Verständnis der Menschen davon, welches Ausmaß die Bildung haben sollte – welche Bildung also sozial erwünscht ist.
Individualität der Bildungswege
In der deutschen Gesellschaft wird Bildung häufig mit Begriffen wie ‚Fortschritt‘, ‚Zukunft‘ und ‚Technologie‘ in Verbindung gebracht. In Zeiten in denen wir uns selbst als Informationsgesellschaft bezeichnen und die internationale Konkurrenz immer größer wird, kann eine gute (Aus-)Bildung ein entscheidender Vorteil sein. Dabei gibt es in Deutschland eine ganze Reihe von Bildungsmöglichkeiten. Von Kindesbeinen an hat jeder Bürger die Möglichkeit, seinen individuellen Bildungsweg zu gestalten. Der Eine macht seinen Realschulabschluss und beginnt eine berufliche Ausbildung, während sein Klassenkamerad noch seine Fachhochschulreife an einem Berufskolleg erwirbt. Und der gute Freund aus der Grundschule war auf dem Gymnasium und strebt ein Studium an einer Universität an.
Weiterbildung und Lebenslanges Lernen
Dabei wird vor allem ein Konzept im 21. Jahrhundert im wichtiger: Das Lebenslange Lernen. In den wenigsten Berufen ist es heute noch ausreichend eine einmalige Ausbildung zu machen – in den meisten muss man sich in regelmäßigen Abständen weiterbilden. Und auch im privaten Leben wird es immer häufiger notwendig, sein Wissen ständig zu erweitern – und sei es nur, um die neue Waschmaschine bedienen zu können. Das hat auch die Bundesregierung erkannt und sich auf die Agenda geschrieben, das Lebenslange Lernen demnächst mehr fördern zu wollen.
Bildung als Standortfaktor
Deutschland als Wirtschaftsstandort kann vielleicht vom Kostenfaktor her nicht mit anderen Ländern konkurrieren – dafür soll der Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland in den kommenden Jahren noch mehr gefördert werden. Und dafür wird eine große Anzahl gut ausgebildeter Fachkräfte benötigt, die eine angemessene Umgebung für ihren persönlichen Bildungsweg vorfinden. Dafür ist es wichtig, dass:
- Bildung für alle erschwinglich ist. Keinem soll ein Ausbildungsweg versperrt bleiben, weil er ihn sich nicht leisten kann.
- Bildung für alle zugänglich ist. Keiner soll auf Grund seines ethnischen Hintergrundes oder seiner gesellschaftlichen Position auf seinem Bildungsweg diskriminiert werden.
- Bildung in einem angemessenen Rahmen statt findet. Bildungseinrichtungen müssen den Bedürfnissen der Lernenden entsprechend ausgestattet sein und es soll eine respektvolle und entspannte Lern-Atmosphäre geschaffen werden.
Stärken, Schwächen und Zukunftsvisionen
Dabei gibt es in Deutschland Bereiche in denen die Bildung stark und gut ausgeprägt ist: Zum Beispiel liegt der Prozentsatz der Kinder, die einen Kindergarten oder eine Kinderkrippe besuchen konnten und damit bereits in jungen Jahren gefördert werden konnten mittlerweile bei 90%. Und auch die Zahl der Schulabgänger mit Hochschulreife ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Handlungsbedarf herrscht dagegen noch bei der Zahl der Jugendlichen, die die Schule ohne Schulabschluss beenden oder auch bei der Zahl der Hochschulabsolventen. Hier kann sich Deutschland im internationalen Vergleich nicht sehr profilieren.
Deswegen haben es sich die Regierung und die Bildungseinrichtungen in Deutschland zum Ziel gesetzt, die Zahl der Menschen, die in primären oder sekundären Bildungseinrichtungen lernen, zu erhöhen. Im Jahr 2007 waren das etwa 32 Millionen Menschen – also fast 50 % der deutschen Bevölkerung. Um diesen Prozentsatz zu erhöhen, sollen die Angebote besser, einfacher zugänglich und vielfältiger werden. Denn – wie schon Francis Bacon sagte – „Wissen ist Macht“. Und Wissen ist nur ein kleiner Teil von Bildung, Bildung ist vielfältiger und mehr als nur ein Werkzeug, um sich im täglichen Wettbewerb zu behaupten. Bildung ist das kleine Jota, was unsere Persönlichkeit formt und uns zu dem Individuum macht, als das wir uns sehen.





