Berufliche Ausbildung
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Wer zahlt mein Ausbildungsgehalt?Wer selber ausbildet, anstatt externe Fachkräfte anzuwerben, der kann 5.000€ sparen! Vielleicht würden solche Sprüche die Ausbdilungssituation in Deutschland verbessern – oder man verbessert die Finanzierung der beruflichen Ausbildung. |
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Zum 30.09.2008 konnten in der Bundesrepublik Deutschland 616.200 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen werden. Das sind 1,5% weniger als im Vorjahr – diese Entwicklung entspricht allerdings dem Rückgang der Zahl der Jugendlichen in Folge des demographischen Wandels. Größter Ausbildungsbereich sind dabei immer noch Industrie und Handel, gefolgt vom Handwerk.
Die beliebteste und häufigste Ausbildungsform ist immer noch die duale berufliche Ausbildung, bei der eine praktische Ausbildung im Betrieb mit dem Unterricht in einer Berufsschule kombiniert wird. Dabei fallen unter anderem Kosten für die Schule, das Ausbildungsgehalt für den Auszubildenden und für die Betreuung im Betrieb an. Diese werden zu einem großen Teil von den ausbildenden Betrieben getragen – außerdem helfen der Bund und die Länder sowie die Agentur für Arbeit bei der Finanzierung.

Dadurch, dass die Unternehmen zum größten Teil selbst für ihre Auszubildenden aufkommen müssen, gibt es große Unterschiede in den Bereichen Zugangschancen, Anschlussfähigkeit und Ausbildungsqualität zwischen den Betrieben. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte deswegen bereits mehrfach ein neues Finanzierungssystem für die betriebliche Ausbildung, bei dem Staat und Betrieb ihren Pflichten nachkommen. Ein Vorschlag der GEW sieht dabei zum Beispiel sogenannte Branchenfonds vor, die von den Unternehmen mit finanziellen Mitteln gespeist werden, welche dann unter staatlicher Kontrolle wieder verteilt werden würden. So soll eine bessere Kontrolle und damit auch Sicherung der beruflichen Ausbildung gewährleistet werden. Bisher wurden solche Modelle aber noch nicht genug evaluiert, um weitere Aussagen über die Wirksamkeit und Praxisbezogenheit zu machen, geschweige denn sie umzusetzen.
Dagegen stehen Ausführungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), welches den Schwerpunkt der Kostenverteilung bei den Betrieben dadurch rechtfertigt, dass die Unternehmen durch die Auszubildenden eine Menge Geld bei der Rekrutierung externer Fachkräfte einsparen können. Das BIBB stellt hier die folgende Rechnung auf:
|
Summe (absolut) |
Prozent |
Kosten der Personalbeschaffung |
1.429 € |
25 % |
Einarbeitungskosten |
3.927 € |
68 % |
Anpassungsqualifizierung |
722 € |
13 % |
Lohnzuschlag /-abschlag |
- 313 € |
- 6 % |
Eingesparte Rekrutierungskosten insgesamt |
5.756 € |
100 % |
Ausgaben für einzelne Berufsschulformen
Die finanziellen Mittel, die der Bund und die Länder in die berufliche Ausbildung investieren, fließen zum größten Teil in die Berufsschulen. Hier verteilen sich die Mittel folgendermaßen auf die einzelnen Schulformen:
Schulart |
Staatliche Ausgaben 2006 (in Mio. Euro) |
Berufsschule im Dualen System |
2.860 |
Berufsvorbereitungsjahr |
293 |
Berufsgrundbildungsjahr |
216 |
Berufsaufbauschulen |
3 |
Berufsfachschulen |
2.355 |
Fachoberschule |
450 |
Fachgymnasium |
523 |
Berufsoberschule |
77 |
Fachakademie (nur Bayern) |
32 |
Summe |
6.810 |
| Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung | |





