Abitur
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Der Abitur-KlassikerDas Abitur der gymnasialen Oberstufe ist in Deutschland immer noch der Schulabschluss mit dem meisten Prestige. Er kann auf eine besonders lange Tradition zurück blicken und öffnet seinem Besitzer die Türen der Universitäten. |
|||
In der gymnasialen Oberstufe kann der höchstmögliche Schulabschluss in Deutschland erreicht werden: Die allgemeine Hochschulreife bzw. das Abitur. Sie schließt sich für Schüler, die bereits ein Gymnasium besucht haben, direkt an die 10. Klasse an. Aber auch Realschüler haben die Möglichkeit mit Erreichen der Mittleren Reife auf ein Gymnasium in die Oberstufe zu wechseln. Außerdem gibt es in den Bundesländern, in denen es die Schulform ‚Gesamtschule‘ gibt, die Möglichkeit diesen Abschluss auch an dieser Schule zu erwerben.
Gymnasiale Oberstufe – Dauer
Bisher dauerte der Besuch einer gymnasialen Oberstufe in den meisten Bundesländern 3 Jahre. Diese 3 Jahre umfassten ein Orientierungsjahr sowie 2 Leistungsjahre, in denen Prüfungen abgelegt und Leistungen erbracht werden mussten, die in die Abschlussnote des Abiturs mit einflossen. Dieses System kam vor allem den Realschülern entgegen, die sich so erst an die neue Schulform gewöhnen konnten. Gymnasiasten bekamen während der 11. Klasse zum Beispiel die Chance, einen längeren Auslandsaufenthalt einzuschieben. Die Politik hat sich jetzt jedoch vielerorts darauf geeinigt „verantwortungsvoller mit der Bildungszeit der Schüler umzugehen“, so dass zurzeit das Abitur nach 12 Jahren Unterricht eingeführt und die Zeit in der gymnasialen Oberstufe auf 2 Jahre verkürzt wird. Manche Bundesländer wie beispielsweise Brandenburg haben die Umstellung bereits vollzogen – in Ländern wie Sachsen oder Thüringen gab es das Abitur nach 12 Jahren eigentlich schon immer.
Gymnasiale Oberstufe – Organisation
Im Unterschied zum Unterricht in der Sekundarstufe I wird in der Sekundarstufe II in der gymnasialen Oberstufe das Klassensystem durch das Kurssystem ersetzt. Das bedeutet, dass die Schüler nicht mehr gemeinsam im festen Klassenverband unterrichtet werden, sondern dass sie in Kursen zusammen gesetzt werden, bei denen man in jedem Kurs mit anderen Schulkameraden in einem Schulraum sitzt.
Außerdem haben die Schüler in der gymnasialen Oberstufe die Möglichkeit ihren Stundenplan – bis an bestimmte Grenzen heran – selbst zu bestimmen. Zwar müssen bestimmte Fächer wie Deutsch, Englisch und Mathematik auf den Plänen vorkommen, bei den Naturwissenschaften oder auch den Gesellschaftswissenschaften dürfen die Oberstufen-Schüler aber zum Beispiel eine oder zwei aus den zur Verfügung stehenden Optionen auswählen. Dazu müssen die Schüler Schwerpunkte bei ihren Fächern legen. In den meisten Bundesländern werden 2 sogenannte Leistungskurse gewählt, die wöchentlich eine Stunde mehr unterrichtet werden als die übrigen Fächer. Außerdem müssen 2 weitere Fächer festgelegt werden, in denen noch eine zusätzliche schriftliche und eine mündliche Abiturprüfung durchgeführt wird. Die genauen Vorgaben darüber, welche Fächer wie kombiniert werden können, variieren dabei sehr stark von Bundesland zu Bundesland. Die meisten haben allerdings in den letzten Jahren ihre Regeln dahingehend verändert, dass die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch bis zum Abschluss der Klasse 13 beibehalten werden müssen.
Die Abiturprüfung
Die gymnasiale Oberstufe wird mit der Abiturprüfung abgeschlossen. Bis auf das Bundesland Rheinland-Pfalz wird diese Prüfung jetzt oder in naher Zukunft zentral durchgeführt werden. In allen anderen Bundesländern gibt es das Zentralabitur. Das bedeutet, dass die Prüfung nicht mehr vom Kurslehrer, sondern zentral vom Kultusministerium gestellt wird. Der Kurslehrer darf nur noch aus einer festen Anzahl von Optionen eine bestimmte Menge auswählen, aus der die Oberstufen-Schüler wiederum in der Prüfungssituation ihre Wahl treffen können. Bei der Umstellung auf dieses System hat es in den vergangenen Jahren in manchen Bundesländern, wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, ein paar Pannen gegeben, so war zum Beispiel die Mathematik-Klausur in einem Jahrgang so schwer, dass fast 80% der Schüler noch einmal geprüft werden mussten und in der Erdkundeklausur wurden Statistiken verwendet, die falsche Zahlen enthielten. Es wird allerdings erwartet, dass sich auch in diesen Bundesländern demnächst eine Art ‚Prüfungsroutine‘ einstellen wird.
Die Abiturnote
Die Abschlussnote des Abiturs setzt sich aus den Noten zusammen, die die Schüler während der 2 Jahre der gymnasialen Oberstufe in den einzelnen Kursen bekommen haben, und den Noten aus den Abiturprüfungen zusammen. Dabei hängt die Gewichtung der einzelnen Noten davon ab, ob der Kurs ein Leistungskurs und damit Schwerpunkt war oder nicht. Die Abiturnote ist später das entscheidende Kriterium für die Zulassung in zulassungsbeschränkten Studiengängen an der Hochschule. Um das Abitur zu bestehen muss der Schüler mindestens einen Notendurchschnitt von 4,0 aufweisen.





